Die Weiterbildung (Modul 1) findet im Rahmen des Projekts MiTu Miteinander Turnen statt und steht offen für alle Vorschulturnleiter/innen auch ohne Umsetzung des Projekts. Modul 1 In diesem Modul erfährst du vieles nützliches was dich als Vorschulturnleiter/in in deiner Arbeit im heterogenen Kontext unterstützt, indem du dein eigenes Kulturverständnis reflektierst und mehr über die interkulturelle Kommunikation erfährst. Du lernst die Grundlagen der interkulturellen Kommunikation kennen, Du lernst Möglichkeiten kennen, wie du ein gutes Klima förderst, allfällige Missverständnisse und Konflikte vermeiden kannst. Du flektierst Praxisbeispiele mit fachlicher Begleitung und tauschst deine vielseitigen Erfahrungen mit den anderen Teilnehmenden aus.
In der Praxis ist das Vorschulturnen mit den Angeboten MuKi, VaKi, GroKi, ElKi bei vielen Eltern äusserst beliebt. Sie besuchen mit ihren Kindern im Alter von 3 bis 5 Jahren die Angebote, die von Turnvereinen in allen Landesteilen der Schweiz angeboten werden. Viele Turnvereine haben meist nach kurzer Zeit die Anzahl Plätze besetzt und haben eine Warteliste. Die Vorschulturnleiter*innen werden von den Turnverbänden in der Schweiz ausgebildet. Bis heute fehlt jedoch ein übersichtlicher Leitfaden, der den Vorschulturnleiter*innen, den Turnvereinen, den Gemeinden sowie den Fachstellen Orientierung in der Umsetzung bzw. im Umgang mit der Vielfalt/ Heterogenität im Vorschulturnen bietet. Dieser Leitfaden... basiert auf den Erfahrungen und Beobachtungen des Projekts Miteinander Turnen der Sport Union Schweiz. Das Projekt wurde von 2012 bis 2015 als Pilot in ein bestehendes Vorschulturnangebot integriert, bevor es ab 2016 bis 2022 in Umsetzungsphase ging. Heute ist es an 20 Projektstandorten bzw. während über 40 Lektionen pro Woche in der Umsetzung. richtet sich insbesondere an die Vorschulturnleiter*innen der Turnvereine in der Schweiz und kann, darf, soll im Bereich Vorschulturnen angewendet werden. Ziel ist es, die Gleichstellung für alle Kinder und Familien im Vorschulturnen zu fördern. Des Weiteren soll dieser Leitfaden Vereinsvorständen aus dem Breitensport und Professionellen aus den Bereichen der Frühen Förderung, Bewegungsförderung, Sport, Integration und Inklusion dienen.Das Ziel ist es, zu sensibilisieren und den erwähnten Personen eine fachliche Begründung bei Fragen rund um die Bereitstellung der notwendigen Ressourcen seitens des Vereins, der Verbände, der Arbeitgebenden, der Kommissionen, der Behörden und der Politik zu liefern. will die Sportlandschaft Schweiz dazu ermutigen, die Vielfalt in unserer Gesellschaft als Chance zu betrachten und diese entsprechend zu nutzen und zu fördern. will die Verantwortlichen bei diesen Überlegungen unterstützen und kein Pro oder Kontra in Bezug auf die verschiedenen Angebote im Bereich Bewegungsförderung und der Frühen Förderung von Sportorganisationen behandeln. Er soll alle Beteiligten dazu ermutigen, gemeinsam zu denken und miteinander zu handeln. versteht sich nicht als abgeschlossenes Konzept, sondern wird bis zum Projektabschluss von Miteinander Turnen 2022 weitergeschrieben und weiterentwickelt. Auch nach Projektabschluss soll er weiterentwickelt und aktualisiert werden. Das Netzwerk Miteinander Turnen nimmt jederzeit Ergänzungen entgegen und führt auch im Rahmen der Aus- und Weiterbildung, in Fachveranstaltungen sowie an Netzwerktagungen den Austausch mit der Praxis. Erarbeitet hat den Leitfaden das interdisziplinäre Projektteam vom Netzwerk Miteinander Turnen im Zeitraum von Januar 2019 bis Dezember 2020 basierend auf den gesammelten Erfahrungen und Beobachtungen und fundierten wissenschaftlichen Hintergründen
Die Interaktion mit Menschen aus unterschiedlichen Kulturräumen gehört für Fachpersonen in der Arbeitsintegration zum Alltag. Sie stehen vor der Aufgabe, arbeitssuchenden Migrantinnen und Migranten die schweizerische Arbeitskultur näher zu bringen und sie auf deren Anforderungen vorzubereiten. Aber was gehört eigentlich zur schweizerischen Arbeitskultur? Wo führt die kulturelle Vielfalt zu Herausforderungen und wo kann sie gewinnbringend genutzt werden? Und wie kann eine gute Kommunikation und Zusammenarbeit im transkulturellen Umfeld gelingen? Diesen Fragen gehen wir im Kurs nach und schaffen so eine Basis für eine empathische und zielgerichtete Begleitung und Beratung im Rahmen von Arbeitsintegrationsprogrammen. Daten: Dienstag, 17.8.2021, 8.30 bis 17.00 Uhr, Olten (Einführung) Dienstag, 7.9.2021, 8.30 bis 17.00 Uhr, Olten (Vertiefung)
"Mehr als die Hälfte des Gesundheitspersonals ist oft mit sprachlichen Hürden konfrontiert. Zur Überwindung dieser Schwierigkeiten leistet das professionelle und familienunabhängige Dolmetschen entscheidende Dienste. Sei es in Bezug auf effiziente und effektive Anamnese, Kommunikation von Diagnose, Therapie- und Verhaltensempfehlungen, der Erhöhung der Adherence oder auf den Zugang zur medizinischen Grundversorgung." Das vollständige Positionspapier unter folgendem Link:
Frau M. hat im Iran ein Hochschulstudium als Lehrerin und Erzieherin für das Vorschul- und Kindergartenalter abgeschlossen und mehrere Jahre in diesem Beruf gearbeitet. Nach ihrer Flucht in die Schweiz absolvierte sie eine Ausbildung zur Spielgruppenleiterin und begann, ehrenamtlich in einem Kindergarten und als Kinderbetreuerin zu arbeiten. Sie möchte rasch beruflich Fuss fassen, um finanziell auf eigenen Füssen zu stehen. Für eine nachhaltige Integration in den Schweizer Arbeitsmarkt braucht sie jedoch einen anerkannten Abschluss. Nochmals ein Studium anzupacken kommt für Frau M. nicht in Frage, da dies zu lange dauern würde. Und um ihr Diplom als Kindergärtnerin anerkennen zu lassen, benötigt sie Deutschkenntnisse auf Stufe C2, was in absehbarer Zeit nicht realistisch scheint. Deshalb schlägt ihr die MosaiQ-Beraterin vor, parallel zwei andere mögliche Wege zu verfolgen: einen Ausbildungsplatz für eine verkürzte berufliche Grundbildung als Fachfrau Betreuung Kinder (FaBe K) zu suchen und gleichzeitig die iranischen Diplome bei der zuständigen Bundesbehörde einzureichen, um zu klären, ob eine direkte Anerkennung als FaBe K möglich wäre. Dafür muss Frau M. die Fächerliste ihres Studiums im Heimatland organisieren, was für sie als Geflüchtete kein einfaches Unterfangen ist. Die Beraterinnen und Berater der Fachstelle MosaiQ Bern erarbeiten nach einer sorgfältigen Standortbestimmung gemeinsam mit den Teilnehmenden einen Laufbahnplan und unterstützen sie bei dessen Umsetzung. Je nach individueller Ausgangslage wird z.B eine Anerkennung ausländischer Diplome, eine Niveaubestätigung, ein Praktikum oder eine Aus- oder Weiterbildung angestrebt. In vielen Fällen müssen die ursprünglichen Pläne im Lauf der Beratung angepasst und neue Lösungen gesucht werden, z.B. weil die persönlichen Umstände der Teilnehmenden sich verändern oder weil sich herausstellt, dass bestimmte Voraussetzungen nicht erfüllt werden können. Dies verlangt sowohl von den Teilnehmenden wie von den Beratenden viel Flexibilität und die Bereitschaft, Umwege in Kauf zu nehmen, wie die Geschichte von Frau M. exemplarisch aufzeigt. Mit Unterstützung der MosaiQ-Beraterin hat Frau M. nun eine Praktikumsstelle in einer Kita gefunden, in der sie später auch eine verkürzte berufliche Grundbildung absolvieren könnte. Fast zeitgleich konnte ihre Schwester im Iran die Studienfächerliste für Frau M. organisieren. Die MosaiQ-Beraterin klärt nun mit dem Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI), ob eine Anerkennung als FaBe K möglich wäre. Im besten Fall erhält Frau M. bereits während ihres Praktikumsjahres diese Anerkennung und könnte danach direkt eine Anstellung als qualifizierte Fachfrau suchen. So könnte sich schon bald ihr Wunsch erfüllen, sich beim Sozialdienst abzumelden und einen sichereren Aufenthaltsstatus zu beantragen. Ohne die Unterstützung der Fachstelle MosaiQ wäre es für Frau M. – wie auch für viele andere gut qualifizierte Migrantinnen und Migranten – nicht möglich gewesen, unter all den verschiedenen Wegen den passenden zu finden und so rasch umzusetzen. Vom Erfolg der MosaiQ-Teilnehmenden profitieren schlussendlich nicht nur sie selber, sondern die gesamte Gesellschaft: Wer einen guten Job hat, ist finanziell selbständig und bezahlt Steuern.